
Die Meridiane
Die chinesische Heilkunde ( TCM) nutzt die körpereigenen Energieflüsse / Energie-leitbahnen (Meridiane) zur Heilung der mit ihnen verbundenen Organe und Organfunktionen.
Durch bestimmte Punkte an der Hautoberfläche, die über den ganzen Körper verteilt sind, kann die Körperenergie mit der kosmischen Energie in Verbindung gebracht werden. Die Karte zeigt all diese Punkte und Meridiane realtiv genau auf.
In den Meridianen fließt das Chi. Sie sind feinstoffliche Energiebahnen, welche durch den ganzen Körper verlaufen. Durch sie werden die Organe mit ausreichend Chi versorgt. Blockaden etc. in den Meridianen führen nach Ansicht der Traditionellen Chinesischen Medizin zu Erkrankungen.
Gerade im Tai Chi und Qi Gong sind aber andere Meridiane von großer Bedeutung, wie der Ren-Mai und der Du-Mai, das Lenker- und Dienergefäß. Diese beiden bilden den kleinen Energiekreislauf, welcher vom Dammpunkt über die Wirbelsäule, den Scheitelpunkt und an der Vorderseite wieder herunter führt. Hinzu kommen Energiekanäle in den Beinen und Armen.
Zusammen mit diesen erhalten wir den großen Energiekreislauf, in welchem die im T`ai Chi eingesetzten Energien geleitet werden. Über diesen kann die innere Kraft durch die Fusssohlen eintreten, in den Beinen aufsteigen, über den Rücken in die Arme fliessen und dort über den Laogong-Punkt abgegeben werden. Nach einer Weile des Übens werden diese Kanäle und Flüsse immer deutlicher zu spüren sein.
Meridiansystem
Die Meridiane sind nach Auffassung der traditionellen chinesischen Medizin die Leitbahnen, durch die die Lebensenergie Ki hindurchfließt. In der Akupunktur und Akupressur werden einzelne Punkte der Meridiane genadelt bzw. gedrückt. Im Shiatsu werden in der Regel zur Harmonisierung bzw. zur Stimulierung des Energieflusses die Meridiane im Ganzen behandelt.
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 Die einzelnen Meridiane und ihre Bedeutung

Blasen-Meridian
Yin/Yang: Yang
Wandlungsphase: Wasser
Anzahl Meridianpunkte: 67
Funktion:
Der Blasen-Meridian steuert die Speicherung und Ausscheidung des von der Niere kommenden Urins durch die Blase. Beziehungen bestehen auch zum Hormonhaushalt und dem vegetativen Nervensystem. Dieser Meridian ist auch zuständig für das Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten. Einzelne Punkte des Blasen-Meridians kontrollieren auch die inneren Organe.
Disfunktion:
Störungen im Gleichgewicht des Blasen-Meridians äußern sich in Entzündungen oder Schmerzen im Prostata-Bereich, Harndrang und Harnentleerungsstörungen. Weiterhin treten rheumaartige Beschwerden an der Wirbelsäule, in den Schultern und im Nacken auf. Es kann auch zu Funktionsstörungen des vegetativen Nervensystems kommen.
Häufige Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen, Augenschmerzen, sowie Wadenkrämpfe und Fersenschmerzen. Auch Impotenz und Frigidität kommen vor.
Psychisch:
äussert sich eine Störung im Blasen-Merdian in Überempfindlichkeit und Schreckhaftigkeit bis hin zur Angst. Die Betroffenen neigen zu Nervosität, ärgern sich leicht über Lappalien und haben oft wirre Träume
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Nieren-Meridian
Yin/Yang: Yin
Wandlungsphase: Wasser
Anzahl Meridianpunkte: 27 Punkte
Funktion:
Traditionell wird die Niere als Energielager des Körpers gesehen, speziell für die ererbte Energie und Anlagen durch unsere Vorfahren. Daher sind die Nieren verantwortlich für unsere Lebendigkeit und Vitalität. Eine weitere Aufgabe des Nierenmeridians ist die Kontrolle der Sekretion von Hormonen. Somit baut er auch einen Widerstand gegen Stress und geistige Anspannung auf. Der Nierenmeridian beeinflußt auch die Sexualenergie, daher steht ein zu stark oder ein zu schwach ausgeprägtes sexuelles Verlangen mit diesem Meridian in Verbindung.
Disfunktion:
Typische Symptome für Störungen des Nierenmeridians sind: schwächliche Gesichtsfarbe, besonders auf der Stirn und im Bereich unter den Augen, allgemeine Körperschwäche, schnelle Erschöpfung, niedriger Blutdruck, Kreuzschmerzen und steifer Rücken, brennend heisse oder kalte Füsse.
Psychisch:
Angst, pessimistische Einstellung, Mangel an Entschlusskraft
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Gallenblasen-Meridian
Yin/Yang: Yang
Wandlungsphase: Holz
Anzahl Meridianpunkte: 44
Funktion:
Der Gallenblasen-Meridian reguliert die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen.
Disfunktion:
Anzeichen für Störungen des Gallenblasen-Merdians sind: trockene Haut, schmutzige Gesichtsfarbe, bitter pappiger Geschmack im Mund am Morgen, bitteres oder saures Aufstossen, halbseitige Schmerzen wie Migräne.
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Leber-Meridian
Yin/Yang: Yin
Wandlungsphase:Holz
Anzahl Meridianpunkte: 14
Funktion:
Der Leber-Meridian regelt die Urteilskraft und die Fähigkeit zur Planung. Er trägt zur Gewinnung von Energie für körperliche Leistungen bei und stärkt die Abwehrfunktion. Weiterhin beeinflusst er die Zusammensetzung des Blutes und kontrolliert die Sehkraft.
Disfunktion:
Anzeichen für Störungen können sein: ständig trockener Hals, akuter Schmerz in der Leber mit der Unfähigkeit sich vorwärts oder rückwärts zu biegen, Neigung zu Fieber ohne erkennbare Ursachen, Impotenz, Prostata-Erkrankungen, Frigidität bei der Frau.
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Magen-Meridian
Yin/Yang: Yang
Wandlungsphase: Erde
Anzahl Meridianpunkte: 45
Funktion:
Die Hauptfunktion dieses Meridians besteht in der Verdauung und Gärung. Die eingenommene Nahrung wird im Magen in verdaubare Form gebracht und entgiftet, so dass sie von den Därmen verarbeitet werden kann. Das Symptombild ähnelt sehr dem des Dickdarms, allerdings stehen hier psychogene Störungen im Vordergrund, z.B. Appetitlosigkeit, Magen- Darmspasmen, Verstopfung oder Durchfall. Die Aufgaben des Meridians beschränken sich nicht nur auf die Funktionen des Magen-Darm-Bereiches und der Speiseröhre, sondern er steht auch mit den Fortpflanzungsorganen, der Menstruation, den Eierstöcken und der Milchgebung bei schwangeren Frauen in Verbindung.
Disfunktion:
Störungen des Meridians können sich äußern durch chronische Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Verdauungsstörungen, Nasenverstopfung, Mundwinkelfissuren, Kopfschmerzen

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Milz-Meridian
Yin/Yang: Yin
Wandlungsphase: Erde
Anzahl Meridianpunkte: 21
Funktion:
Der Milz-Meridian unterstützt ebenfalls die Verdauung. Da der Milz-Meridian das Organ Bauchspeicheldrüse beinhaltet, reguliert er den Blutzucker durch die Sekretion von Insulin. Weiterhin steuert er die Gallen- und Speichelabsonderung. Nach der chinesischen Lehre transportiert der Milz-Meridian die Energie der Nahrung in die Lunge, um sich dort mit der Energie des Atems zu verbinden und die grundlegende menschliche Energie zu bilden. Daher verursacht eine Störung dieses Meridians eine allgemeine Schwäche, Vergesslichkeit und Verdauungsprobleme. Wirbelsäule und Gelenke stehen ebenfalls mit dem Milz-Meridian in Verbindung. Da das Blut mit dem Milz-Meridian in Zusammenhang steht, ergibt sich hier auch eine Verbindung mit der Menstruation. Er beeinflusst auch die Fortpflanzungsorgane speziell diejenigen, welche die Brust und die Eierstöcke steuern.
Disfunktion:
Symptome für Störungen des Milz-Meridians sind: Unruhe in den Beinen, Mangel an Speichel und Magensäure, entzündeter oder deformierter Nagel des Grosszehs, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Gier nach Süssigkeiten, Menstruationsbeschwerden.
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Dickdarm-Meridian
Yin/Yang: Yang
Wandlungsphase: Metall
Anzahl Meridianpunkte: 20
Funktion:
Der Dickdarm nimmt die Nahrungs- und Getränkereste vom Dünndarm auf, absorbiert mehr Flüssigkeit und scheidet die Abfallstoffe aus. Er kann durch falsche Ernährung, Schwäche oder Ärger aus dem Gleichgewicht geraten. Diese Störungen lassen sich aber oft besser indirekt über einen verwandten Meridian als über den Dickdarm-Meridian selbst behandeln.So sprechen viele Darmstörungen besser auf eine Behandlung des Lungen-, Nieren-, Milz- oder Magen-Meridians an.
Disfunktion:
Behandeln Sie den Dickdarm-Meridian bei Schulterschmerzen und Tennisellenbogen, Blockierungen oder Schmerzen in den Sinnesorganen inkl. verstopfter Nase, Sinusitis oder Zahnschmerzen. Behandeln Sie diesen Meridian bei Verstopfung, die durch erhöhte Temperatur oder Fieber bedingt ist, und zwar vom Ellbogen zur Hand hin.
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Lungen-Meridian
Yin/Yang: Yin
Wandlungsphase: Metall
Anzahl Meridianpunkte: 11
Funktion:
Der Lungenmeridian hat die Aufgabe die dem Leben zugrundeliegende "Ki-Energie" aus der Luft aufzunehmen. Er beherrscht ihre Verwertung und die Ausatmung und baut Widerstandskräfte gegen Störungen von aussen auf; dadurch beeinflusst er die körpereigenen Abwehrkräfte. Störungen in diesem Meridian führen zu Atembeschwerden, Neigung zu Infektionen der oberen Luftwege, Bronchialasthma, Durchblutungsstörungen und rheumatischen Schmerzen, vor allem in den Schultern und zwischen den Schulterblättern.
Der Lungenmeridian steht auch in Verbindung mit der Haut (auch Regulation der Hautporen) und den Körperhaaren.
Disfunktion:
Die Stärke des gesamten Organismus hängt von den Lungen ab. Bei guter Lungenfunktion zeigt ein Mensch ein schnelles und tiefes Begriffsvermögen, schlechte Funktion bewirkt Melancholie und Depression. Weiterhin treten oft Überängstlichkeit, Überempfindlichkeit und seelischer Zusammenbruch auf.
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Dreifacher Erwärmer-Meridian
Yin/Yang: Yang
Wandlungsphase: Feuer
Anzahl Meridianpunkte: 23
Funktion:
Dieser Meridian ergänzt die Funktion des Dünndarm-Meridians. Der Dreifache-Erwärmer-Meridian ist in 3 Abschnitte eingeteilt. Der obere Erwärmer beeinflußt die Atmung, der mittlere Erwärmer die Verdauung und der untere Erwärmer kontrolliert die Ausscheidung. Darüberhinaus kontrolliert dieser Meridian, der in der Kombination seiner drei Teile funktionell als Ganzes betrachtet wird den Geist und die inneren Organe. Er sammelt und reguliert die Körperenergie, die aus der Sauerstoffverbrennung, der Umwandlung der Nahrung in Kalorien und dem "sexuellen Feuer" produziert wird. Er unterstützt weiterhin das Lymphsystem und kontrolliert die Körpertemperatur.
Disfunktion:
Störungen in diesem Meridian ähneln den Symptomen beim Dünndarm-Meridian. Es kommt zu Schmerzen und Entzündungen im Nacken-, Schulter- und Armbereich, Laryngitis, Neigung zu Allergien und Hauterkrankungen, Schwindelgefühlen im Kopf, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit. Darüberhinaus besteht eine erhöhte Kälteempfindlichkeit, sowie eine Unverträglichkeit gegenüber Wind und Feuchtigkeit und eine gesteigerte Anfälligkeit für Erkrankungen der Urogenitalorgane.
Psychisch:
Psychisch äussert sich eine Störung in diesem Meridian in übertriebener Vorsicht, nervöser Übererregung, die häufig Schlafstörungen bedingt, sowie in Zwangsvorstellung
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Herzkreislauf-Meridian
Yin/Yang: Yin
Wandlungsphase: Feuer
Anzahl Meridianpunkte: 9
Funktion:
Der Herzkreislauf-Meridian steuert das Kreislaufsystem und somit neben dem Blutgefässsystem auch die Herzkranzgefässe und den Herzbeutel. Darüberhinaus beeinflußt er die Verdauung und liefert die Energie für die Geschlechtsorgane.
Disfunktion:
Störungen in diesem Meridian äussern sich vor allem in zu niedrigem oder zu hohem Blutdruck, Kribbeln in den Fingern, Brustschmerzen, Kreislauf- und Herzfunktionsstörungen, bis hin zu Angina-pectoris-Anfällen. Weiterhin können auftreten: Hitzeanfälle in Armen und Beinen, sowie Blutwallungen zum Kopf, verbunden mit starker Gesichtsrötung und Schweissausbrüchen.
Psychisch:
Im psychischen Bereich äussern sich Störungen im Herzkreislauf-Meridian in einer Überempfindlichkeit und häufiger Unruhe. Es kommt zu Konzentrationsstörungen und geistiger Abwesenheit. Die Betroffenen leiden häufig auch unter Schlaflosigkeit und Angstgefühlen (Beklemmung im Brustkorb).

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Dünndarm-Meridian
Yin/Yang: Yang
Wandlungsphase: Feuer
Anzahl Meridianpunkte: 19
Funktion:
Der Dünndarm-Meridian steuert über die Verdauung und Verteilung der Nährstoffe aus der Nahrung den gesamten Organismus. Psychisch kontrolliert er die Aufnahme der Gedanken.
Disfunktion:
Störungen des Dünndarm-Meridians können u.a. zu Anämie infolge von ungenügender Verwertung von Nahrung führen. Diese kann jedoch auch durch schlechte Ernährung verursacht sein. Des weiteren kann es zu rheumatischen und nervösen Erkrankungen, sowie zu Durchblutungsstörungen, besonders im Nacken-, Schulter- und Armbereich kommen. Schmerzen und Steifheit im Handgelenk, Ellbogen, Schulterblattbereich oder Nacken, Ohrenschmerz und gerötete entzündete Augen sind Symptome für eine Störung des Meridians
Psychisch:
Psychisch zeigt sich eine Störung an der Überempfindlichkeit und Ängstlichkeit, es kann auch zu Depressionen kommen. Unklare Gedanken können ebenfalls auf eine Schwäche des Dünndarms hindeuten.
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Herz-Meridian
Yin/Yang: Yin
Wandlungsphase: Feuer
Anzahl Meridianpunkte: 9
Funktion:
Der Herzmeridian steuert neben dem Herzen selbst die Blutzirkulation im gesamten Körper, sowie das Gehirn und die fünf Sinne. Der Herz-Meridian kontrolliert auch die Gefühle und passt die äusseren Sinnesreize (Stimuli) an die inneren Verhältnisse des Körpers an. Störungen im Herz-Meridian wirken sich auf Körper und Seelenleben aus. Typisch hierfür sind: Nervosität, Unruhe, Verdauungsstörungen, Verkrampfungen im Brust- und Bauchbereich, Überempfindlichkeit der Haut, rasche Ermüdung, nervöse Erschöpfung und natürlich Herz- und Kreislaufstörungen. Die eigentlichen Herzstörungen werden über den Kreislauf behandelt.
Psychisch:
Psychisch können sich Störungen des Herzmeridians durch innere Unruhe, Schlaflosigkeit, emotionale Unausgeglichenheit, Nervosität und Reizbarkeit, aber auch Lethargie zeigen .
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Alle Abbildung aus "Shiatsu, Die japanische Fingerdrucktherapie" von Wataru Ohashi, Verlag Hermann Bauer,
ISBN 3-7626-0206-9 

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